Aktuelles
Wirtschaftsdialog: Offenes Wort!
Wirtschaftsvertreter aus unterschiedlichen Branchen vom Maschienenbau über die Textilindustrie bis hin zu Speditionen sind in der Geschäftsstelle des Bundesverbandes Keramische Industrie e.V. im Dialogformat "Offenes Wort" mit der CSU ins Gespräch gekommen.
Mit Bundesminister a.D. Dr. Hans-Peter Friedrich, Finanz-Staatssekretär Martin Schöffel MdL, Landrat Peter Berek und dem 2. Bürgermeister der Stadt Selb Carsten Hentschel ging es sehr konkret um die Erwartungshaltung des Mittelstandes, die politischen Prioritäten auf allen Ebenen zu ändern. In der dramatischen Lage vieler heimischer Betriebe muss die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit die absolute Priorität haben.
Steuersenkungen müssen in nennenswertem Umfang zwingend kommen, wenn die Konjunktur wieder Fahrt aufnehmen soll. Alternativlos sind Sozialreformen, die zu niedrigeren Lohnnebenkosten führen. Von der CSU wird auch erwartet, in Berlin gegen Widerstände die rein nationale CO2-Abgabe für mittelständische Werke auszusetzen, die Wettbewerber selbst im EU-Binnenmarkt nicht schultern müssen. Kritik gibt es an der bürokratischen Ausgestaltung des Industriestrompreises, den große Teile der Industrie gar nicht nutzen können.
Völlig inakzeptabel ist, wenn Bundeskanzler Friedrich Merz faktenbasiert die durchschnittlichen Arbeitszeiten in Deutschland mit den Arbeitszeiten der Nachbarn vergleicht, ein medialer Shitstorm im Land beginnt.
Es ist Fakt, dass wir uns bei Spitzenwerten an Urlaubstagen und einer hohen Quote an krankheitsbedingten Fehltagen auch im Vergleich eine geringeres Arbeitsvolumen (im Durchschnitt) leisten. Neben Flexibilisierungen im Arbeitsrecht, auch bei der Arbeitszeit und dem TzBfG, werden Arbeitnehmer und Arbeitgeber sich aus dem Tief gemeinsam herausarbeiten müssen.
Dies gilt ebenso für den Öffentlichen-Dienst, der sich effektiver und schlanker aufstellen muss. In den nächsten Jahren können Tariferhöhungen im Öffentlichen-Dienst nur sehr moderat vorgenommen werden. Ein anderer Weg ist den Steuerzahlern nicht mehr zu vermitteln.
Mehrere Diskussionsteilnehmer berichteten, dass bei ihnen vom Bürokratieabbau nichts ankommt. Im Gegenteil, was das geplante Tariftreuegesetz und das Entgelttransparenzgesetz auslösen, ist erheblich. Kritisch wurde ebenfalls über das Vergaberecht und das für den Transformationsprozess ungeeignete EU-Beihilferecht gesprochen.
Enttäuscht waren besonders die Industrievertreter, dass die Grünen im EU-Parlament das wichtige Mercosur-Freihandelsabkommen mit extremen Abgeordneten von links sowie rechts blockiert haben. Dieses den Industriestandort Deutschland massiv schädigende Abstimmungsverhalten ist nicht mehr nachvollziehbar!
Bei den Keramverbänden sind in der Bundesgeschäftsstelle in Oberfranken alle demokratischen Parteien auf ein "Offenes Wort" herzlich willkommen.
27.01.2026
von links: Martin Schöffel (Staatssekretär, MdL), Matthias Müller (Vorsitzender CSU-Selb), Christoph René Holler (Hauptgeschäftsführer Keramverbände)
Keramik-Arbeitgeber und IGBCE einigen sich auf einen Tarifabschluss
In der 3. Verhandlungsrunde wurde am 21.1.2026 in Fulda ein Kompromiss gefunden. Die Tarifkommissionen des BVKI und der IGBCE haben sich auf eine Laufzeit bis zum 31.12.2027 geeinigt. Zum 1.3.2026 wird die Tariftabelle um 2,0 % erhöht und zum 1.3.2027 um 2,5%. Auch die Ausbildungsvergütungen werden angehoben.
Die streitig zwischen Arbeitgebern und IGBCE verhandelte Gewerkschaftsforderung einer Besserstellung von IGBCE-Mitgliedern wurde zur weiteren Behandlung in einen gemeinsamen Arbeitskreis verwiesen. BVKI-Verhandlungsführer Dr. Philipp Diekmann hat in Fulda noch einmal unterstrichen, dass ein Flächentarifvertrag keinen Vorstand oder keine Geschäftsführung binden kann, die eigene Belegschaft ungleich zu behandeln. Zur Einsetzung des gemeinsamen Arbeitskreises hat BVKI-Hauptgeschäftsführer Christoph René Holler betont, dass es auch um Vorschläge gehen muss, die den Organisationsgrad des Arbeitgeberverbandes stärken.
Seitens der Arbeitgeber ist ein Abschluss angestrebt worden, der abbildet, dass die Rezession alle Teilbranchen erfasst hat. Ein geringeres Volumen wäre allerdings nur in einem Abschluss mit wesentlich kürzerer Laufzeit durchsetzbar gewesen. Die BVKI-Tarifkommission wollte ein Zeichen setzen, dass in einer schwierigen Lage des Industriestandortes Deutschland Tarifvertragsparteien kompromiss- und einigungsfähig sind. Dafür sind die Arbeitgeber in dieser Tarifrunde bis an die Grenze eines gerade noch vertretbaren Volumens gegangen.






















































































